Martin Staudacher (Capgemini Deutschland)

An der Universität Regensburg hat ein Student nicht nur engen Kontakt zu Dozenten und Tutoren, sondern auch direkt zum Professor. Dies sehe ich als wichtiges Qualitätsmerkmal für die Lehre.
Software-Ingenieur / IT-Consultant, 26, Abschluss M.Sc. Wirtschaftsinformatik 2012


Warum haben Sie sich dazu entschlossen Wirtschaftsinformatik an der Universität Regensburg zu studieren?

Nachdem ich an der Berufsakadamie in Stuttgart meinen Bachelor in Wirtschaftsinformatik absolviert hatte, stand ich vor der Entscheidung mich in der freien Wirtschaft zu bewerben oder meinen Bildungsweg fortzusetzen. Da 2009 ein Jahr war, das von der Finanz- und Wirtschaftskrise bestimmt war und ich ohnehin einen Master-Abschluss angestrebt habe, ging ich auf die Suche nach geeigneten Möglichkeiten zur Weiterqualifikation.

Meine Kriterien waren geprägt durch mein Interesse an den Themen Informationstechnologie und Finanzen. Dieses wollte ich in einem Studiengang an einer Universität kombinieren. Die Universität Regensburg entsprach mit dem Wirtschaftsinformatik-Master genau meinen Wünschen. Eine Vielzahl an attraktiven Wahlmöglichkeiten standen im Studiengang zur Verfügung (u.a. das Schwerpunktmodul IT-Finance sowie weitere Wahlfächer der Fakultät Wirtschaftswissenschaften), um das angestrebte Ziel zu verwirklichen.

Die Universität Regensburg verfügt zudem über mehrere Partnerschaften und bietet dadurch begehrte internationale Austauschplätze an. Damit konnte ich mir den Traum, ein Auslandssemester an der University of Technology in Sydney einzulegen, erfüllen.

Mit welchen Themen haben Sie sich während des Studiums schwerpunktmäßig beschäftigt? (Studienschwerpunkte, Praktika, Seminar-/Abschlussarbeiten, …)

Schwerpunktmäßig habe ich mich im Bachelor vor allem mit Automotive-Themen beschäftigt. Im Master in Regensburg kamen neben den Kernmodulen (siehe Studienpläne) vertiefend Business Intelligence und IT-Finance Vorlesungen hinzu, sowie weitere ausgewählte Themen der Wirtschaftswissenschaften.


IT-Finance:
1. Business Intelligence im Multikanalvertrieb
2. Banking im E-Business
3. Bankenarchitekturen
4. IT-Finance (ausgewählte Kapitel)

Wahlmodul:
1. Business Intelligence
2. Unternehmensbewertung und Analyse
3. Wirtschaftsprüfung
4. Projekt und Portfolio-Management

Seminararbeit: Wirtschaftsprüfung und Identity Management
Praxisseminar: Anbindung von OpenSocial an ein soziales Netzwerk
Master-Thesis: Modell zur quantitativen Bewertung von IT-Services und Service-Portfolios im Hinblick auf eine optimale Cloud-Strategie

Wie schnell haben Sie nach dem Studium eine Stelle gefunden? Wie hat Ihnen Ihr Studium dabei geholfen?

Nachdem ich als Werkstudent bei einer IT-Beratung im Business Intelligence Umfeld tätig war, hatte ich bereits einen guten Eindruck über die Arbeitsweise als Consultant bekommen und ein Angebot vom betreuenden Unternehmen erhalten. Um dieses vergleichbar zu machen, entschied ich mich auf eine interessante Stelle meines jetzigen Arbeitgebers zu bewerben.

Da ich bei Capgemini bereits einen Kommilitonen als Ansprechpartner hatte, konnte ich mich im Vorfeld über das Unternehmen und die Kultur ausführlich informieren. Besonders erwähnenswert ist meiner Meinung nach der angenehme und konstruktive Umgang unter Kollegen, wie auch der enge Kontakt zum Kunden. Die Zusammenarbeit mit dem Kunden als Team betrachte ich in der Beratungsbranche als Grundvoraussetzung. Dadurch kann der Kern individueller Geschäftsansätze erfasst und die am besten geeigneten Lösungen für die jeweiligen Anforderungen entwickelt werden.

Bei der Bewerbung selbst waren die Studieninhalte wie auch meine praktischen Erfahrungen eine sehr gute Hilfe. Sie bestimmten einen großen Teil des Vorstellungsgespräches. Der Fokus bei der Vorstellung lag vor allem auf den theoretischen Grundlagen aus den Gebieten Business Intelligence, Data Warehousing und Datenbanken (bspw. Abfragesprachen wie SQL und PL/SQL) sowie auch die praktischen Erfahrungen im Umgang mit Tools (hier vor allem SAP Business Objects) aus der Werkstudententätigkeit.

Aus dem Vorstellungsgespräch habe ich vor allem mitgenommen, dass auf die persönlichen Bedürfnisse des Einzelnen eingegangen wird und die Unternehmenskultur von den Vorgesetzten gelebt wird. Schlussendlich hatte ich zwei Wochen nach Einreichen der Bewerbung eine Zusage und meine Unterschrift unter diesem Angebot.

Wie helfen Ihnen, die im Studium erworbenen Kenntnisse bei ihrer jetzigen Tätigkeit?

Nicht nur konkretes Wissen über Technologien, Werkzeuge oder Programmiersprachen sind für meine jetzige Tätigkeit von Bedeutung, sondern insbesondere grundlegende Prinzipien, Architekturen, Konzepte und Methoden helfen, komplexe Sachverhalte zu erschließen. Letztere fallen bspw. bei der Angebotserstellung ins Gewicht. Aus Ausschreibungsunterlagen müssen die Bedürfnisse der Kunden ermittelt, Aufwände zum Erreichen des Projektziels geschätzt und geeignete Vorgehensmodelle vorgeschlagen werden.

Bei der Realisierungsphase eines Projektes ist das Wissen über Konzepte und Architekturen ebenfalls nützlich, da sich diese in den einzelnen Werkzeugen und gewachsenen IT-Landschaften wiederfinden lassen. Aber auch Wissen über spezifische Werkzeuge und Technologien spielen in meinem Alltag eine bedeutende Rolle. Im BI und Data Warehousing Umfeld begegnen mir bspw. eine Vielzahl erlernter Notationen (bspw. UML), Abfragesprachen, statistische Modelle wie auch (multidimensionale) Datenmodellierung.

Ferner hilft das erlernte systematische Vorgehen an der Universität, Ergebnisse verständlich aufzubereiten, objektiv nachvollziehbar und wiederholbar zu machen. Eine qualitativ hochwertige Arbeit zeigt sich spätestens bei der Präsentation beim Kunden oder der Übergabe einer Leistung. 

Was würden Sie Schülern sagen, die sich überlegen, Wirtschaftsinformatik an der Universität Regensburg zu studieren?

Aufgrund des breiten Spektrums in der Wirtschaftsinformatik kann sich ein Student in Regensburg aus einer Vielzahl an Vorlesungsangeboten bedienen. So kann jeder seine individuelle Richtung gestalten, mit dem Fokus auf spezifische Wirtschafts- und Informatikthemen. Dies sehe ich als großen Vorteil an. Ich bin der Meinung, dass man vor allem dann eine gute Leistung abliefern kann, wenn sich die Studieninhalte mit den eigenen Interessen decken.

Hinzu kommt der Vorteil eines ausgewogenen Betreuungsverhältnisses. An der Universität Regensburg hat ein Student nicht nur engen Kontakt zu Dozenten und Tutoren, sondern auch direkt zum Professor. Dies sehe ich als wichtiges Qualitätsmerkmal für die Lehre.

Theoretisches Wissen ist in der Berufswelt von Vorteil, jedoch sollte stets ein Bezug zur praktischen Anwendung möglich sein. Praktika und Werkstudententätigkeiten oder die Arbeit als freier Mitarbeiter ermöglichen es, sich mit spannenden Inhalten zu beschäftigen, das erlernte Wissen zu vertiefen und dabei einen Beitrag zur Finanzierung des Studiums zu leisten. Die Tätigkeiten können bzw. sollten bei der Wahl des Arbeitgebers mitbestimmt werden. Dadurch kann im Vorfeld sichergestellt werden, dass spannende Themen bearbeitet werden, die sich mit den eigenen Interessen decken. War dies im Laufe der Anstellung nicht möglich, so ist man im Nachgang zumindest um eine Erfahrung reicher, die sich auf eine spätere Berufswahl auswirkt.

Was Sie uns noch sagen wollen:

Auch wenn sich die Studiendauer möglicherweise durch ein Semester im Ausland verlängert, kann ich nur empfehlen, das Angebot des Akademischen Auslandsamtes wahrzunehmen. Zum einen ist die Unterstützung durch die Universität Regensburg sehr gut und zum anderen lernt man nicht nur eine Sprache, sondern auch die Kultur des jeweiligen Landes. Diese interkulturelle Kompetenz hat für ein Exportland, wie es das unsere ist, eine wichtige Bedeutung. In meiner jetzigen Tätigkeit stelle ich dies mehr denn je fest, sei es durch international ausgelegte Projekte oder bei der Zusammenarbeit mit Near- und Farshore-Zentren in Polen oder Indien. Ich bin froh über jede dieser Erfahrungen.